Von experimentellen Identitäten bis zu gelebten Werten: ein Blick auf Trends, die man 2023 und darüber hinaus im Auge behalten sollte.
Meta hört uns zu. Nein, das ist keine Spionage-Story — sondern eine Studie zu sozialen Megatrends. Um herauszufinden, welche Stimmungen und Themen weltweit im letzten Jahr im Trend lagen, analysierte Meta 4 Millionen Gespräche auf seinen Social-Media-Plattformen (Facebook und Instagram) sowie Antworten aus einem Fragebogen. Daraus entstand ein Bild mit 20 Trends, zusammengefasst in vier Hauptthemen:
1. Explorative Identitäten
2. Verfeinerte Beziehungen
3. Selbstbewusste Aspirationen
4. Gelebte Werte
Abgesehen von Komplimenten an die Fantasie des Copywriters: Was bedeuten diese Titel?
Explorative Identitäten
Wir entdecken, wer wir sind, indem wir uns in anderen spiegeln. In Zeiten großer Unsicherheit und Transformation wird vor allem unsere Identität infrage gestellt. Wir wollen sie darstellen (daher die Aufmerksamkeit für Körper und Image), aber auch aufbauen — indem wir Authentizität suchen und uns für Vielfalt öffnen. Ob lokal oder global, von Essen bis Kultur: Im Zentrum steht das kulturelle Erbe verschiedener Traditionen.
Für Unternehmen bedeutet das: die Stimmen unterrepräsentierter Communities authentischer sichtbar zu machen. Kampagnen zu entwickeln, die die Darstellung von Identität ins Zentrum stellen — auch spielerisch und explorativ. Und ein Blick auf Gen X (40–50): Sie schreiben die Lebensmitte neu, auf der Suche nach Lebensfreude und Sinn.
Verfeinerte Beziehungen
Es ist Zeit, unsere Schlüsselbeziehungen neu zu bewerten. Menschen suchen weiterhin romantische Liebe und wünschen sich Partner:innen — zunehmend auch über Online-Tools (Matchmaking, Blind Dates, Speed Dating).
Gleichzeitig wird es schwieriger, und manche beginnen, platonische Liebe wieder stärker zu schätzen. Nach der Pandemie berühren Events und Zeremonien wieder mehr; es gibt eine neue Faszination für wissenschaftliche und astrologische „Stars“; wachsende Aufmerksamkeit für das psycho-physische Wohlbefinden von Haustieren; und große Erwartungen an virtuelle Welten (Metaverse).
Für Unternehmen heißt das: Wenn Menschen Schlüsselbeziehungen neu verhandeln, stellen sie auch Beziehungen zu Marken infrage — Brands müssen daher Creator finden, die mit neuen Zielgruppen empathisch in Kontakt treten können.
Selbstbewusste Aspirationen
Wir wollen uns gut fühlen und einen Zweck haben. Im Zentrum steht die Suche nach Sinn — eine Daseinsberechtigung, das, was man in Japan ikigai nennt: das „Warum“, morgens aufzustehen.
Das bedeutet: eine Neubewertung von Arbeit und ihrer Bedeutung, mehr Aufmerksamkeit für holistische Praktiken und Therapien, die psycho-physische Balance fördern, ein höherer Wert des Zuhauses als Rückzugsort (auch weil guter Schlaf wichtiger wird) sowie steigendes Interesse an finanzieller Bildung.
Für Marken heißt das: Kommunikation, die Menschen bei ihren Lebensentscheidungen inspiriert — mit Expert:innen-Inputs von Wellbeing bis Wirtschaft.
